Petrus Canisius

Petrus Canisius war der erste Jesuit deutscher Zunge, Konzilstheologe, Religionslehrer, Theologieprofessor, Gründer von Schulen und Hochschulen, Bildungsreformer, Berater in Kirche und Politik, Beichtvater, Organisator, Diplomat, Volksmissionar und Gefangenenseelsorger, Berichterstatter, theologisch-praktischer Schriftsteller und Verfasser eines Bestsellers, vor allem aber Seelsorger und Prediger.

Peter Kanis wird am 8. Mai 1521 in Nimwegen geboren. Sein Vater, Jurist und neunmaliger Bürgermeister dieser Stadt, schickte ihn nach Köln zum Jurastudium. Dort kam er mit der »Devotio moderna« in Berührung, einer Erneuerungsbewegung, in deren Mitte eine tiefe Christusfrömmigkeit stand. Dies führte dazu, dass Kanis gegen die väterlichen Pläne Priester werden wollte. In Mainz begegnete er Peter Faber, einem der Gründungsväter der Gesellschaft Jesu, der ihn weiter in die Spiritualität des Ordens einführte. 1543 trat Canisius als erster Jesuit deutscher Sprache an seinem 22. Geburtstag in die Gesellschaft Jesu ein.

Canisius predigte und wirkte als Seelsorger in Deutschland und in der Schweiz, in Österreich und Böhmen. Er war päpstlicher Theologe beim Konzil von Trient, Vermittler und Gesprächspartner auf Reichstagen und beim Religionsgespräch zu Worms, Theologieprofessor in Ingolstadt sowie Domprediger in Wien. Er lehrte in Messina auf Sizilien und wirkte in Augsburg, Prag, München, Dillingen, Fribourg und Innsbruck. Mit der Gründung zahlreicher Kollegien erneuerte er das Bildungswesen und damit auch die Kirche.

Für Canisius war die schriftstellerische Tätigkeit ein grundlegender Bestandteil seines Lebens. Durch seine Publikationen auf theologischem Gebiet erreichte er ein Millionenpublikum weit über seinen Tod hinaus. Dies gilt vor allem für seinen dreifachen Katechismus, der bis in unser Jahrhundert hinein Grundlage der katholischen Glaubensunterweisung blieb und zu den Bestsellern der religiösen Literatur zählt.

Petrus Canisius starb im Alter von 76 Jahren am 21. Dezember 1597 in Fribourg. 1897 nannte Papst Leo XIII. ihn »Zweiter Apostel Deutschlands«. 1925 wurde Canisius von Papst Pius XI. heiliggesprochen und wegen seiner Verdienste als Schriftsteller zum Kirchenlehrer erklärt. Sein Fest wird am 27. April gefeiert.

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