Christoph Scheiner

Im Jahr 2000 jährte sich zum 425. Mal der Geburts- und zum 350. Mal der Todestag des Jesuiten und großen Naturwissenschaftlers Christoph Scheiner.

Christoph Scheiner, geboren 1575, besuchte das Jesuitengymnasium in Augsburg und trat 1595 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach der Priesterweihe 1609 schloss er seine Studien in Philosophie und Theologie in Ingolstadt mit dem Doktorat ab. Hier war er 1610-1617 Professor für Astronomie und Hebräisch. Nach Aufenthalten in Innsbruck, Freiburg im Breisgau und Wien kam Scheiner 1622 nach Neisse in Schlesien, wo ein Jahr später die Jesuitenniederlassung mit ihm als Hausoberen eröffnet wurde. Dort starb er 1650.

Seine erste bedeutende Erfindung machte Scheiner 1603. Er baute den Pantografen, mit dessen Hilfe man Linien oder ein Bild in vergrößertem oder verkleinertem Maßstab kopieren kann. Der Pantograf ist noch heute ein Arbeitsinstrument für technische Zeichner, Architekten und Archäologen.

Scheiner baute Instrumente zur Beobachtung des Weltalls und erstellte die erste Mondkarte. Er beschrieb die Anatomie des Auges. Er erkannte den Grauen Star und entwickelte ein gläsernes Augenmodell. Der Scheiner-Versuch zum Nachweis einer Fehlsichtigkeit wird heute noch in der Augenheilkunde gelehrt.

Scheiner hatte das Turmzimmer der Heilig-Kreuz-Kirche zu Ingolstadt als Sternwarte eingerichtet. Dort entdeckte er 1611 unabhängig von Galileo Galilei die Sonnenflecken.1613 baute er ein astronomisches Fernrohr, dessen Linsen er selbst geschliffen hatte. Er entwickelte eigene Messverfahren, um den Sonnenstand und die Position der Sonnenflecken zu bestimmen. Er konstruierte das Heliotrop, ein um zwei Achsen drehbares Fernrohr, das bessere Aufzeichnungen zur Beobachtung der Vorgänge auf der Sonnenoberfläche lieferte.

     
 

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